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2019-10-16 07:20:10

Berlin. Eigentlich hat sich gar nicht so viel verändert bei Elbow - dieser in Großbritannien innig geliebten people's band , die seit fast 20 Jahren irgendwo zwischen Radiohead und Coldplay eine perfekte Nische gefunden hat.

Die markante, stets an Peter Gabriel erinnernde Stimme von Frontmann Guy Garvey; die warmherzigen, zugänglichen Songs; die große Kunst, eine Cinemascope-Produktion nicht in schalen Bombast oder Kitsch umschlagen zu lassen: All das prägt auch Giants Of All Sizes (Polydor/Universal), das achte Studioalbum des Quartetts aus Manchester.

Doch schon in den für Elbow-Verhältnisse wütenden, rauen Gitarren des fabelhaft komplexen Progressive-Rock-Openers Dexter & Sinister oder später in White Noise White Heat ist spürbar, dass die Band aus der Komfortzone heraus wollte. Auch sonst klingt manches in den neun Liedern - so schön sie weiterhin sind - ominös, unheilvoll, irritierend. Unter unserer Musik schlägt noch immer ein großes Herz. Aber es ist verwundet , sagte Garvey dem Rolling Stone .

Schon das Karriere-Highlight Little Fictions (2017) - in Großbritannien wie selbstverständlich auf Platz 1 der Charts - war ein Protestalbum auf (noch eher versöhnliche) Elbow-Art. Es ging bereits um den Brexit, den die vier glühenden Pro-Europäer vehement ablehnen.

Auf Giants Of All Sizes verleiht Songschreiber Garvey seiner Fassungslosigkeit über die politische Entwicklung auf der Insel nun noch deutlicher Ausdruck. Man habe den Sound der traurigen UK-Realität angepasst, sagte auch Bassist Pete Turner. Also: Keine offensichtlichen Singles und nicht die aufbauende Musik, wie die meisten sie von uns kennen.

Reich an Höhepunkten für langjährige Fans ist das Album dennoch. Etwa das hypnotische Doldrums , oder On Deronda Road mit wuchtigen Folk-Gitarren und einem tollen Chor-Arrangement, oder die dann doch wieder typisch tröstliche Ballade Weightless . Elbow bleiben die so kluge wie knuddelige Band für Britrock-Romantiker - ihr Brexit-Schmerz macht sie nur interessanter.

Live sind sie sowieso eine Bank mit ihrem eigentümlich intime Stadionrock - im November auch in der Schweiz und Deutschland bei einer Reihe Konzerttermine: 8.11. Zürich, 9.11. Rust bei Freiburg (Rolling Stone Park Festival), 10.11. Wiesbaden, 12.11. München, 13.11. Köln, 14.11. Berlin, 16.11. Weissenhäuser Strand (Rolling Stone Beach Festival).


abendblatt.de dpa
elbow brexit schmerz auch abendblatt oder eine sind noch rolling grobritannien nicht


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